Rezension: Experimente rund ums Kochen, Braten, Backen

„Experimente rund ums Kochen, Braten, Backen – dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage“ ist das neue Werk vom bekannten Chemieprofessor Georg Schwedt, der es 2015 über den WILEY-VCH Verlag veröffentlichte. Dabei bringt er Jung und Alt physikalisch-chemische Vorgänge beim Kochen, Backen und Braten spielerisch und leicht verständlich bei.

Wichtige Inhalte wie Teile der Lebensmittelchemie, Molekularküche und verschiedene Garungsarten arbeitet er in 10 Kapiteln auf knapp 200 Seiten mit eindrucksvollen Experimenten auf. Dabei vermittelt er vor allem zu Beginn einen historischen Einblick in die Geschichte von Lebensmitteln und deren Verwendung. Dies ist nicht nur informativ sondern festigt auch so bekanntes Allgemeinwissen für Naturwissenschaftler. Anschließend folgt das Kapitel „Sieben Parameter für Versuche in der Küche“, die eine gute Einleitung bilden und eine gute Basis bilden um wichtige Prozesse und spätere Erläuterungen der Experimente leichter verständlich machen. Dabei muss das Buch nicht von vorn nach hinten gelesen werden. Stattdessen kann ein Experiment herausgesucht und durchgeführt werden ohne vorheriges lesen.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel mit weiteren Unterkapiteln aufgeteilt. Ein protokollähnlicher Aufbau (Materialien, Durchführung, Beobachtungen, Erläuterungen) der Beschreibung der Experimente stellt diese sachlich dar.

Gut gefällt mir, dass diese Experimente auch zuhause durchführbar sind. Darauf wurde besonders in dieser neuen, dritten Auflage geachtet, da Experimente jetzt „entschärft“ und nicht mit einer offenen Spirituslampe durchgeführt werden können. Allerdings gibt es auch hier Chemikalien, die nicht für den küchentauglichen Bereich verwendet werden, wie die Kaliumpermanganat-Lösung (S.90 – Vitamin C – Verluste beim Kochen), die auch im wenigsten Fall im Haushalt zu finden sind. Dennoch gibt er im  Verlauf des Buches immer wieder wichtige Hinweise zum alltäglichen Kochen und Backen wie zum Beispiel Tipps zum Dünsten und Dämpfen (S.110 f.) die er leicht verständlich präsentiert. Leider enthält das Buch keine farbigen und auch sonst nur wenig Bilder, die in vielen Bereichen Mechanismen oder andere Erläuterungen besser erklären könnten. Deshalb bleibt hier auch viel Platz für Text, der oft überladen wirkt. Er untermalt Geschriebenes außerdem mit Zitaten wichtiger Personen und Bilder, die aber oft fehlplatziert wirken. Schade ist außerdem, dass genutzte Materialien und Lebensmittel nach den Experimenten oft nicht mehr essbar oder wenig genießbar sind und sie deshalb meist im Müll landen. Dennoch bietet das Buch eine spaßige Unterhaltung, die man mit Freunden oder Kommilitonen an einem Abend ausprobieren und neue Erkenntnisse über das Verarbeiten von Lebensmitteln lernen kann.

Zusammenfassend bildet das Buch eine unterhaltsame und gleichzeitig interessante Alternative zum alltäglichen Lernstress im Unialltag mit Experimenten, die teilweise selbst auch zuhause durchgeführt werden können.

 

Susan Friedrich, 28-09-2015